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Zayjoch im Ortlergebiet (07. August 2008)


Die letzte Tour während unseres Südtirol-Urlaubs machten wir zur Düsseldorfer-Hütte (Zaytal-Hütte) und weiter in Richtung Zayjoch. Unsere Tour startete um 10:00 Uhr am Sessellift Kanzel (1) (1900m) in Sulden. In 20 Minuten schafften wir es mit dem Sessel zur Bergstation (2) auf 2048m. Das Wetter war genauso gut wie am Vortag und die Sonne brannte vom Himmel. Es mögen so um die 33° C gewesen sein.

Da ich mir auf der Tour zur Payer-Hütte schon Blasen am Innenfuß zugezogen hatte, stand noch nicht genau fest, wie weit wir heute wandern würden. Wir marschierten erst einmal zur Düsseldorfer-Hütte und wollten dann vor Ort entscheiden, wohin wir weiterlaufen wollten. Die Tour begann zunächst relativ einfach auf einem ganz normalen Wanderweg und

zweigte dann plötzlich ab. Wir folgten den vor uns laufenden Wanderern und stellen kurz danach fest, dass dieser Weg Nr. 5 zunächst hinunter zum Bach führt und anschließend wieder komplett hinauf zur Hütte verläuft.

Da wir uns den Ab- und anschließendem steilen Anstieg sparen wollen, liefen wir querfeldein auf den oben verlaufenden Weg Nr. 12, welcher etwa 15m über uns lag. Nach etwa 10 Minuten wussten wir dann, warum die anderen Wanderer den Weg nach unten wählten.

Unser Weg war an verschiedenen Stellen durch Steinschlag total verschüttet. Wir hatten also ab jetzt eine kleine Kletterei auf den Felsbrocken vor uns. Kaum hatten wir das 300m lange Teilstück hinter uns, sahen wir auch schon den nächsten verschütteten Wegabschnitt. In der Hoffnung, dass das der letzte Abschnitt sei, welcher verschüttet ist, liefen wir natürlich weiter auf diesem Weg. Ca. 500 Meter nach diesem Abschnitt kam dann aber noch ein verschütteter Teil, welcher dann aber der letzte unwegsame Abschnitt auf dieser Strecke war.

Wir näherten uns so langsam der Düsseldorfer Hütte (3) (2727m) und sahen, dass alle Wegmarkierungen ab hier mit grauer Farbe überstrichen waren. Das bedeutete, dass der Weg wohl nicht mehr offiziell für Wanderungen freigegeben ist. Und richtig, kurz vor erreichen der Hütte, trafen beide Wege wieder aufeinander und dort sahen wir auch schon den Hinweis, dass der Weg gesperrt ist. Wir haben aber für diesen Abschnitt wesentlich weniger Zeit benötigt, als die anderen Wanderer auf dem unteren Weg. Wir waren um 11:35 Uhr, also nach 75 Minuten an der Hütte.

Nach einer kurzen Pause und Versorgung meiner Blasen entschlossen wir uns, in Richtung Tschengler Hochwand (3375m) und Zayjoch (3306m) zu laufen. Nach einem kurzen steilen Anstieg wurde der Weg genauso unbequem, wie an den verschütteten Stellen. Hier waren die Felsbrocken noch viel größer und man musste teilweise von Stein zu Stein springen. Diese Strecke war aber der offizielle Weg und war auch markiert. Uns kamen auch noch einige Wanderer aus anderen Richtungen auf diesem Weg entgegen.

Nach einiger Zeit wurden wir sogar Zeuge einer Bergrettung, welche aber, wie sich später herausstellte, nicht so dramatisch war. Auf dem hinteren Schöneck (3128m) wurde einem Wanderer schlecht und er konnte nicht ohne Hilfe wieder absteigen. Der Hubschrauber hatte ihn dann zur Düsseldorfer-Hütte hinunter geflogen.

Wir liefen noch bis auf etwa 2950m Höhe und entschlossen uns dann, an einem kleinen See (4) eine Pause zu machen. Da sich der Zustand meiner Füße verschlechterte hatte und uns auch die Lust auf die Felsenspringerei vergangen war, traten wir um 13:30 Uhr, nach 20 Minuten Pause, den Rückweg an um an der Düsseldorfer Hütte etwas zu essen. Dort kamen wir um 14:15 Uhr an. Das Panorama mit dem Blick auchKönigsspitze, Zebru und Ortler entschädigte uns allemal für den schlechten Weg. Um 15:35 Uhr ging es dann den gleichen Weg wieder zurück zur Kanzel-Bahn welche wir nach 60 Minuten erreichten. Nach der Talfahrt mit dem Sessellift blieb für mich dann nur noch eine traurige Aufgabe zu erledigen. Ich trennte mich direkt vor Ort von meinen Wanderschuhen, welche mich weit über 15 Jahre auf so manchen Berg gebracht haben.

Hier ist die Wegstrecke als Google-Earth File. Einfach herunterladen oder anklicken. Viel Spaß beim Anschauen.

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