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Wanderung zur Hvannagil-Schlucht in Stafafell / Island 03.06.2021


Während unseres Island-Urlaubs haben wir auch ein paar kleine Wanderungen unternommen. Unsere Unterkunft in Höfn liegt etwa 30 km vom Jökulsa i Loni Delta entfernt. Für die Anfahrt zum Parkplatz an der Raftagil-Brücke brauchen wir knapp 30 Minuten. Die Schotterstraße zum Parkplatz biegt direkt hinter der Brücke über den Jökulsa links ab. Dann sind es noch 2 km bis zum Parkplatz.

Die im Reiseführer beschriebene Route führt als Rundweg vom Parkplatz aus dem Fluss Raftagil entlang in Richtung Norden. Genauso starten wir auch. Nach knapp 400 m müssen wir aber umkehren, da es keine Möglichkeit gibt, den Fluss zu überqueren. Das müssen wir aber mehrfach tun, da man nicht immer auf einer Seite laufen kann.
Das Wasser ist zu hoch und und die Strömung zu stark. Eine nasse Hose wollen wir aber bei Temperaturen von 10°-12° nicht riskieren. Wir laufen also wieder zum Parkplatz zurück und gehen die Wanderung in Richtung Westen an. Der Weg verläuft hier auf der Schotterstraße. Sie ist die einzige Verbindung zu den Anwohnern, welche sich in der Nähe der Schlucht niedergelassen haben.

Wir geniessen den Blick auf das Jökulsa-Delta und die direkt am Nordatlantik liegenden Berge. Auch das Wetter spielt heute mit und es ist zum ersten Mal seit unserer Ankunft in Island regenfrei. Die Sonne bringt uns trotz des kühlen Windes zum Schwitzen. Nach etwa 1,5 km suchen wir dann den im Reiseführer beschriebenen Weg, der uns zur Schlucht führen soll.

Ich laufe durch dichtes Gestrüpp einen Hügel hinauf um von oben einen Überblick zu bekommen, aber auch dort ist kein Weg auszumachen. Wir landen dann auf privaten Grundstücken und erkundigen uns bei den hilfsbereiten Anwohnern. Erstaunlicher Weise sind auch diese nicht so richtig im Bilde, welchen Weg man einschlagen soll und lassen uns quer durch das Gelände laufen.

Ein weiterer Anwohner konnte uns bei der Suche nach dem in der Nähe liegendem See dann doch noch eine hilfreiche Antwort geben. Wir haben dann den See nach ca 10 Minuten gefunden. Ab hier war es dann einfacher, den Weg zur Schlucht fortzusetzen. Wir laufen zur Westseite des Sees und dann dem stark bewachsenem Pfad entlang bis wir an eine Lichtung kommen. Hier sehen wir in einer Wiese den ersten Wegweiser. Mehrere Steine sind zu einem Pfeil am Boden zusammengelegt und zeigen die Richtung an. Der Weg hinauf über das Schotterfeld ist trotz unserer Stöcke sehr mühsam. Oben angekommen werden wir aber mit einem tollen Rundblick belohnt. Jetzt wissen wir, warum dieses Tal "The Golden Valley" genannt wird. Die Berge präsentieren sich hier in bunten Farbtönen, die mit etwas Fantasie auch im Goldton erscheinen.

Nachdem wir uns orientiert haben, laufen wir auf der anderen Seite den Hügel etwas hinab und über sumpfiges Gras in Richtung Schlucht. Auch hier ist der Weg nicht immer sofort auszumachen. Es sind etwa 1,5 km bis wir dann den oberen Rand der Hvannagil-Schlucht erreichen. Bis hierher konnte man überhaupt nichts von der Schlucht erkennen. Als wir aber dort ankommen, sind wir fasziniert von der Schlucht. Etwa 100 m unter uns fließt das Wasser in Richtung Jökulsa-Delta und dann in den Nordatlantik.

Nun haben wir unsere Vesperpause verdient. Wir lassen uns auf dem Geröll nieder und pausieren hier etwa 30 min. Anschließend laufen wir noch ein paar Meter den Hügel im Norden hinauf. Hier oben haben wir einen herrlichen Blick in den steinigen Abrund der Schlucht hinein. Nachem wir unsere Erinnerungsfotos geschossen haben, machen wir uns auf den Rückweg.

Ziemlich genau der gleiche Weg führt uns zum Parkplatz zurück. Islands Flora veranlasst uns natürlich auch zu ein paar Aufnahmen. Der Weg über das steile Schotterfeld ist nicht so schlimm wie erwartet. Per "Zick-Zack" arbeiten wir uns nach unten zum See.

Ab hier wird es dann wieder spannend. Die Suche nach einem Weg, welcher nicht über Privatgrundstücke führt ist vergebens. Eine Anwohnerin empfiehlt uns sogar genau diesen Weg zu laufen und dann auf der Schotterstraße zum Parkplatz zu wandern. Auch wenn uns fehlende Wegweiser ein wenig Mühe bereitet haben und der Raftagil sich nicht überqueren lies, sind wir der Meinung, dass es eine sehr schöne Wanderung in Islands Natur war.

Hier ist die Wegstrecke als Google-Earth File. Einfach herunterladen oder anklicken. Viel Spaß beim Anschauen.

Die Tour hat eine Höhendifferenz von 300 m und eine Länge von 11,5 km. Wir haben uns 5:30 h Zeit gelassen. Der geplante Rundweg ist dagegen mit 13 km ausgeschrieben.

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