StartseiteBilder

Levada Novo und do Moinho / Madeira (26. Oktober 2010)


Am Morgen des 26. Oktober 2010 sieht das Wetter im Vergleich zu den Vortagen prächtig aus. Wir haben uns für heute eine Levada-Wanderung vorgenommen, welche auf Madeira als die Schwierigste gilt. Die Anforderungen sind nicht Kondition und Kraft, sondern Schwindelfreiheit und Höhensicherheit. Wir fahren mit dem Auto von Machico nach Ponta do Sol und weiter in die Berge nach Lombada. An der Kirche von Lombada da Ponta do Sol ist ein kleiner Parkplatz, auf welchem wir unser Auto abstellen.

Um 11:45 Uhr laufen wir los und müssen zunächst eine steile Straße hoch, welche ins Dorf führt. Von da zweigt dann der Weg links ab und man ist schon auf der Levada (rote Linie). Der Anfang ist sehr harmlos und gemütlich zu laufen. Doch bald kommen wir an ausgesetzte Stellen, die nicht gesichert sind. Direkt an der 50 cm breiten Levada-Mauer fällt der Berg 300 m senkrecht hinunter in die Tiefe. Man muss sich schon zusammenreißen, um nicht während des Laufens hinunterzuschauen. Man könnte doch sehr schnell das Gleichgewicht verlieren und abstürzen.
Teilweise sind solche ausgesetzte Stellen über 100 m lang. Endlich kommen dann auch wieder etwas breitere Stücke die bewachsen sind und dadurch zumindest eine optische Sicherheit geben. Hier kann man sich dann ein wenig entspannen und den Puls wieder auf den Normalbereich "zurückschrauben". An einer anderen Stelle muss man sogar durch einen Wasserfall hindurch laufen oder sich unter den Platten der abgedeckten Levada hindurch zwängen, was allerdings ziemlich unbequem ist.

Wenig später kommt man an einen 200 m langen Tunnel, den man nur mit einer Taschenlampe durchqueren sollte. Es ist hierdrin stockdunkel und man sieht die rechts neben einem verlaufende Levada nicht ohne Beleuchtung. Auch das bisschen Licht am Ende des Tunnels reicht nicht aus um hier sicher durchzulaufen. Direkt nach dem Tunnel kommt wieder ein Wasserfall, der durch einen sehr schmalen Weg zu erreichen ist. Danach wird die Strecke wesentlich besser.

Wir brauchen ca. 1 Stunde, bis wir dann am Ende der Levada Novo angelangt und nun mit der Schlucht auf einer Höhe sind. Ab hier steigt der Berg nur noch an und wir machen uns auf den Rückweg. Die parallel laufende Levada do Moinho (grüne Linie) verläuft direkt unterhalb der Levada Novo und ist ca. 15 Gehminuten entfernt. Der Rückweg ist allerdings wesentlich entspannter, da die meisten gefährlichen Stellen gut abgesichert sind. Trotzdem kommen immer wieder ein paar Passagen, bei denen man vorsichtig sein muss. Man überquert nasse Mauern, die als Wasserüberlauf dienen und dort ist es meistens sehr rutschig. Je weiter man zum Ausgangspunkt läuft, desto tiefer fällt natürlich auch die Schlucht.
Das Unwetter der vergangenen Tage hat einige Schutzzäune samt Betonierung aus dem Boden herausgerissen und macht den Rückweg hier natürlich wieder abenteuerlich. Nach einer Gesamtlaufzeit von 2 Stunden und 50 Minuten sind wir dann wohlbehalten an der Kirche und legen erst einmal eine Pause ein bevor wir dann nach Machico zurückfahren..

Hier sind die Levada Novo und Levada Moinho als Google-Earth-File. Einfach herunterladen oder anklicken. Viel Spaß beim Anschauen.

Es war tatsächlich eine aufregende Tour. Wer nicht schwindelfrei ist sollte auf diese Tour verzichten.

StartseiteBilder