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Wanderung zum Glymur-Wasserfall / Island 16.06.2021


Der zweithöchste Wasserfall Islands ist der Glymur-Wasserfall. Das Wasser fällt hier 196 m in die enge Schlucht hinunter. Er befindet in der Nähe des tiefsten Fjords von Island, dem Hvalfjördur. Wir reisen aus dem 70 km entfernten Reykjavik an und schaffen die Strecke in 1 Std.. Ein Großteil der Strecke ist entlang der Küste und bietet bei schönem Wetter eine herrliche Aussicht. An der östlichsten Seite des Fjordes zweigt die Straße von der Route 47 ab zum 3 km entfernten Parkplatz.

Die Wanderung beginnt an einer Wiese die mit Lupinen übersät ist und das ist zur Blütenzeit ein sehr schöner Anblick. Der Weg verläuft leicht ansteigend und ist sehr gut zu laufen. Für die in einem Kilometer entfernten Schlucht haben wir eine Steigung von nur 50 m. Da es in den vergangenen Tagen immer wieder mal geregnet hat, müssen wir auch einige nasse Stellen überwinden. Das ist aber überhaupt kein Problem. Nach 400 m kommen wir an einer kleinen Seitenschlucht vorbei und hier endet auch das Feld mit den Lupinen.

Wir laufen weitere 800 m bis wir dann an dem Fluß Botnsá ankommen. Zunächst müssen wir duch eine Höhle hindurch um zum Flußbett zu gelangen. Da der Weg durch das Geröll in der Höhle und den hinunter zum Flußbett rutschig ist, sind wir froh, unsere Wanderstöcke dabei zu haben. Diese sollen sich aber auch später noch bezahlt machen. Wir haben noch eine Flußüberquerung und steile Abschnitte auf der anderen Seite vor uns.

Nach ca. 200 m kommen wir an eine aussergewöhnliche Brücke. Sie besteht aus großen Steinen im Flußbett und einem Baumstamm mit einem Seil, welches über den Fluß gespannt ist. Hier hört für viele die Wanderung schon auf. Man muss zunächst das Seil auf der rechten Seite führen und über die Steine balancieren. Auf dem letzten Stein, wechselt man das Seil auf die linke Seite und balanciert dann über den Baumstamm bis zum anderen Ufer. Das Seil ist nicht wirklich eine Hilfe, denn es ist nicht sehr straff gespannt. Sollte man hier scheitern, so würde man nicht nur nasse Füße bekommen. Die Strömung ist sehr stark und das Flußbett sicherlich über 30 cm tief. Die kalten Temperaturen in Island tun ihren Anteil noch dazu.

Wenn man dann trocken auf der anderen Seite angekommen ist, kommt man an die erste steile Stelle. Hier ist ein grober Schotterweg mit Eisenstangen und einem Seil gesichert, aber vielversprechend sieht die Sicherung hier nicht aus. Der Rückweg ist anstrengender als der Weg hinauf. Es kommen noch weitere steile Abschnitte und hier sind wir froh, die Stöcke dabeizuhaben. Nach etwa 250 m ist man auf der 1. Aussichtsplattform. Hier hat man schon einen guten Blick auf den Wasserfall. Nach ein paar Aufnahmen gehn wir dann weiter hinauf zur 2. Aussichtsplatform.

Wir überqueren noch ein kleines Flußbett, welches seitlich in die Schlucht hinunterfällt und steigen dann das letzte Stück hinauf zur Plattform. Dort können wir das ganze Ausmaß des Wasserfalls ausmachen. Die 196 m Fallhöhe und die enge Schlucht hinterlassen enorme Eindrücke. Wir halten uns hier ein paar Minuten auf und genießen das Spektakel bevor wir dann den Rückweg antreten.
Man kann von hier aus noch bis zur Abruchkante des Wasserfalls laufen und diesen dann 500 m weiter hinten überqueren. Im Reiseführer war aber beschrieben, dass es nur bei normalen Verhältnissen möglich ist und man Aquaschuhe dabei haben sollte. Der Weg auf der anderen Seite war bereits unten schon gesperrt, und daher lassen wir den Versuch sein und laufen den gleichen Weg zurück.

Wie bereits geschildert, haben wir noch ein paar herausfordernde steile Stellen vor uns. Wir beobachten, wie beim Aufstieg uns entgegenkommende Wanderer ohne Stöcke ausrutschen uns sich mühsam wieder empor arbeiten. Mit entsprechender Vorsicht bewältigen wir den Rückweg ohne Sturz uns sind froh, wieder auf Höhe des Botnsá zu sein.

Zum Schluß meistern wir noch die Baumstammbrücke und laufen durch die Höhle wieder noch oben aus der Schlucht hinaus. Eine kurze Vesperpaus gönnen wir uns bevor wir das letzte Stück zum Parkplatz zurück laufen. Noch einmal ergötzen wir uns an der Flora Islands und genießen die schönen Lupinen. Das Wetter hat während der Wanderung gehalten und darüber sind wir froh. Wer weiß, wie es uns auf dem Rückweg gegenagen wäre, wenn es auch noch geregnet hätte. Die steilen Abschnitte und der Baumstamm hätten sicherlich kein Spaß gemacht. Wir hatten also Glück und fahren zurück nach Reykjavik.

Hier ist die Wegstrecke als Google-Earth File. Einfach herunterladen oder anklicken. Viel Spaß beim Anschauen.

Die Tour hat eine Höhendifferenz von 260 m und eine Länge von 4,7 km. Wir haben 2:30 h für die Tour benötigt.

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