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Besuch des aktiven Vulkans Fagradalfsfjall / Island 17.06.2021


Am 19. März 2021 gegen 21:40 Uhr brach am Südhang des Bergmassives Fagradalfsfjall das Vulkansystem Krýsuvík aus. Da der Vulkan während unserer Islandreise im Juni 2021 noch aktiv war, hatten wir uns für die letzten 4 Tage in Reykjavik vorgenommen, das Schauspiel von der Nähe zu betrachten.

Immer wieder verfolgten wir im TV die Bilder der aufgestellten Webcam bei Geldingadalir. Die Bilder waren beeindruckend. Am 17. Juni 2021 war es dann soweit. Wir fuhren von Reykjavik zur Blauen Lagune und weiter nach Grindavik. Von hier aus führt die 427 direkt zu den Parkplätzen, welche extra für die Besucher hier einerichtet wurden. Am Parkplatz "B" stellten wir unser Auto ab und zahlten per Internet die Parkgebühr von 1000 ISK = 6,90 €.

Der Parkplatz war schon ziemlich gut besucht und es war fast eine Völkerwanderung bis zum Lavafeld. Der isländische Björgunarsveit (Rettungsdienst) war mit 2 Fahrzeugen Vorort und fuhr die verschiedenen Sammelstellen ab. Man hatte aber nicht den Eindruck, dass man hier irgendwelche Regeln einhalten musste. Am Lavafeld angekommen, wurden unsere Erwartungen bereits übertroffen. Der Krater befand sich ja von hier aus noch etwa 3 km entfernt, aber das Ende des Lavafeldes war noch immer aktiv.

Die Magma floß unterhalb der schwarzen Oberfläche immer weiter und strahlte eine enorme Hitze aus. Die Lavadecke täuschte von weitem einen anderen Zustand vor. Jedoch von der Nähe aus wurde einem schnell klar, dass man sich hier nur kurze Zeit bis 1 m an den Rand heranwagen konnte. Die Tagestemperaturen waren zu der Zeit weit unter 10° C aber bei ca. 3 - 5 m Abstand war es uns warm genug. Einige Besucher hatten sogar Fleisch und Würstchen dabei und grillten über glühenden Lava. Das Gras, welches etwa 1 m vom Rand der Lava entfernt war fing sofort Feuer und brannte ab.

Da man hier unten nur das Lavafeld besichtigen konnte, machten wir uns auf den Weg den Hügel hinauf um von dort aus einen Blick auf den Krater zu bekommen. Der Weg war ziemlich steil und durch loses Gestein sehr rutschig.

Es hat sich aber gelohnt hier hoch zu laufen. Man hatte von oben einen besseren Überblick auf das ganze Areal. Doch um in den Krater zu schauen mussten wir noch ein Stück weiter und höher. Dort wo die Webcam installiert war, hatten wir dann den perfekten Blick, obwohl wir noch etwa 1,6 km vom Krater entfernt waren.

Der kalte Wind machte es uns nicht einfach, das Schauspiel zu geniessen und zu fotografieren. So stellte ich meine Kamera auf einen Felsbrocken und richtete sie mit dem Tele auf den Krater aus. Das war die einzige Möglichkeit ohne Stativ ein paar schöne Aufnahmen zu machen. Nach etwa 20 Minuten waren wir dann durchgefroren und beschlossen uns an der Lava unten im Tal wieder aufzuwärmen.

Der Weg zurück war durch das Geröll wieder ziemlich rutschig, aber es ging besser als vermutet. Unten angekommen hatte sich die Menschenmenge in zwischen mindestens verdoppelt. Zum Aufwärmen gab es dennoch genug Platz am Lavafeld. Innerhalb von 5 Sekunden war es uns wieder so warm, dass wir Abstand nahmen und dann langsam den Rückweg zum Auto angetreten haben. Es war ein sehr beeindruckendes Schauspiel. So eine Gelegenheit bekommt man im Leben wohl nicht so oft. Der Vulkan hatte im August 2021 seinen Höhepunkt. Die Ausbrüche sind im Internet zu bestaunen.

Hier ist die Wegstrecke als Google-Earth File. Einfach herunterladen oder anklicken. Viel Spaß beim Anschauen.

Die Tour hat eine Höhendifferenz von 230 m und eine Länge von 7,8 km. Wir haben uns ca. 3 h dort aufgehalten.

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