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Mein 1. Tandemsprung am 25. Juni 2005


Sascha und ich


Fallschirmspringen - ja, das ist etwas ganz Besonderes.

Wer hat nicht auch schon einmal gedacht, den Freien Fall aus 4000m Höhe zu geniessen, oder da oben am Schirm hängend, sich so langsam dem sicheren Erdboden zu nähern. Mein Dank gilt meinen beiden Freunden, Dr. Rainer Reichel und Dr. Jörg Hundenborn, die sich anlässlich meines 50ten Geburtstages eine wahrlich schöne Überraschung haben einfallen lassen. Meine Begeisterung für alles was mit dem Fliegen zu tun hat, ist Ihnen schon lange bekannt und so kam Ihnen auch die Idee, mir ein Abenteuer besonderer Art zu schenken.

Der Sprung fand in Bad Saulgau statt und wird hoffentlich nicht mein Letzter gewesen sein. Nachdem ich meine Anmeldeformalitäten erledigt hatte, wurde ich von Sascha (mein Tandemmaster) erst einmal per Video auf das Kommende vorbereitet. Anschließend suchte er für mich einen Overall und legte mir auch schon das "Sprunggeschirr" an. Eine kurze Trockenübung für das richtige Verhalten beim Freien Fall und die in der Luft zu erwartenden Kommandos waren in 5 Minuten erledigt. Nun war es auch schon

soweit, der Pilot hatte seine Cessna Caravan 208 schon gestartet und wartete auf die ca. 12 Springer. Davon waren es nur 2 Tandempaare. Die Maschine rollte zur Startbahn und beschleunigte dann um nach einer kurzen Startphase in den Himmel anzuheben. Im Flugzeug wurde noch einmal alles durchgesprochen um alle Unklarheiten zu beseitigen. Nach ca. 15 Minuten hatte die Cessna eine Höhe von 4000m erreicht und die Springer machten sich bereit zum Ausstieg. Sascha und ich waren das letzte Team und wir rutschten auf dem "Hintern" zum Ausstieg. Der Blick nach unten war gigantisch. Als erstes den Kopf in den Nacken gelegt, die Hände an die Sprunggurte und dann einfach nach vorne fallen gelassen - so kann man den Ausstieg beschreiben.

Der wirklich schönste und auch am meisten beeindruckende Moment war der, als ich unter meinem Körper den Kontakt zum Flugzeug nicht mehr spürte. Sascha leitete mit mir am Gurt hängend, eine Rolle ein und stabilisierte uns dann für den Freien Fall. Er klopfte mir auf die Schultern und das war das erste Kommando, die Arme zur Seite auszustrecken und die Füße nach hinten anzuwinkeln.
Ab jetzt hatte ich 60 Sekunden Zeit, das Gefühl, frei wie ein Vogel am Himmel fliegend, zu geniessen. Es

ist einfach nicht mit Worten zu beschreiben, was man da fühlt. Nach ca. 60 Sekunden waren wir von 4000m auf ca. 1500m gefallen und es wurde Zeit, den Schirm zu öffnen.
Das 2. Klopfkommando wies mich an, meine Arme wieder an die Gurte zu nehmen und mich auf einen ruckartigen Geschwindigkeitsverlust vorzubereiten. Wir hatten beim Freien Fall ca. 200 km/h Fallgeschwindigkeit und wurden nun auf etwa 10 km/h gebremst. Nach dem der Schirm sich komplett geöffnet hatte, bekam ich von Sascha noch eine vorletzte Anweisung. Ich musste mich auf seine Füsse stellen, damit er den Gurt etwas lösen konnte. Das ist für die Landung und auch für den Flug am Schirm bequemer.

Ich durfte nach Anweisung, mehrfach an den Steuerleinen ziehend, ein paar Richtungswechsel vornehmen bevor dann nach etwa 5 Minuten gleiten am Schirm die Landung bevor stand. Direkt senkrecht hinunter auf auf dem "Hintern" gelandet endete das wohl bis jetzt größte Abenteuer, das ich erlebt habe.
Sascha sammelte anschließend seinen Schirm auf und gab ihn mir mit den Worten: "Ich habe dich 4000m am Himmel getragen, jetzt musst du den Schirm die letzten paar Meter bis zur Halle tragen.", die letzte Anweisung.

Das habe ich dann auch gerne getan.


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