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Mein Cockpitflug nach Osaka am 26. August 2003


Airbus A340-300

Dirk ist Copilot bei der Lufthansa und hat im Juni 2003 seinen Finalcheck für den Airbus A340-300 abgelegt. Seit dem fliegt er Langstrecke. Eines Tages erzählte ich Dirk, dass es wohl mein größter Wunsch sei, einmal den Landeanflug auf den alten Flughafen in Hongkong in einem Cockpit zu erleben. Seit dem 11. September 2001 ist nun der Cockpitbesuch nicht mehr so einfach.
Dennoch teilte Dirk mir mit, dass es noch einige Länder gibt, bei denen es nicht so streng gehandhabt wird wie in den USA. So kam es dann zu diesem unvergesslichen Erlebnis.
Auf seinem Dienstplan stand für den 26. August 2003 ein Flug nach Osaka (KIX). Dirk checkte die Möglichkeiten bei seinem Kapitän, für den Cockpitflug nach Osaka. Der Kapitän willigte ein und Dirk mailte mir die Überraschung zu. Von da an stand unserem Ausflug nichts mehr im Wege. Dieses Erlebnis übertraf alle meine Erwartungen und ich wollte bis zuletzt nicht daran glauben, dass ich das erleben durfte.

Canadair-Jet CRJ 700

Am 26. August 2003 machten wir uns um 6:50 Uhr mit dem Auto auf den Weg von Konstanz nach Zürich. Wir nahmen die erste freie Maschine (Canadair 700) für den Shuttle nach Frankfurt. In Frankfurt zeigte mir Dirk die Airbase bevor wir dann um 14:00 Uhr nach Japan flogen. Hier stand die "Tante Ju", welche noch regelmäßige Rundflüge macht.
In den Wartungshallen standen einige Boeing 747 und Airbus A340. Nachdem wir uns auch den Briefingbereich und die anderen Räumlichkeiten der Piloten angeschaut haben, ging ich dann zum einchecken. Dirk ging zum Briefing und erwartete mich dann im Cockpit des Airbus A340-300. Nachdem er mich dann den Kollegen vorgestellt hatte, konnte ich direkt im Cockpit Platz nehmen. Die Crew checkte die Maschine und gab ihre entsprechenden Flugdaten in den Bordcomputer ein.

Nach etwa 20 Minuten war es dann endlich soweit. Die Maschine wurde zurückgestoßen und wir rollten auf dem Taxiway zur Startbahn 25 R. Etwa 4 Maschinen waren noch vor uns, bevor uns die Starterlaubnis erteilt wurde. Um etwa 14:20 Uhr hoben wir dann ab und machten uns auf den Weg nach Japan. Da Dirk die erste Pause zugeteilt bekommen hatte, verließen wir beide für etwa 3 Stunden das Cockpit. Ich nahm für diese Zeit in der 1. Klasse Platz und genoss den entspannenden Sessel. Mit Videofilmen und einem großzügigen Mittagessen vertrieb ich mir die Zeit. Nach der Pause nahmen wir wieder beide im Cockpit Platz und lösten den SFO (Senior Flight Officer) Sven ab. Dirk und der Kapitän, Wolfgang erteilten mir ein wenig theoretische Flugschule und erklärten mir die Instrumente.

Da wir dem Morgen entgegen flogen, hatten wir nur eine kurze Nacht von etwa 3 Stunden. Um ca. 8:00 Uhr setzte der Copilot Sven dann auf dem Kansai Airport Landebahn 06 zur Landung an. Ich checkte dann mit den anderen Passagieren in Japan ein und ging anschließend zur Crew, die schon im Bus auf mich wartete. 60 Minuten dauerte die Busfahrt von dem außerhalb gelegenen Flughafen bis zum Hilton Hotel im Zentrum von Osaka.

Nachdem Dirk und ich geduscht hatten, nahmen wir bei Wolfgang noch einen kleinen Willkommenstrunk und fuhren dann mit dem Zug nach Nara. Die Crew zog es vor, die versäumte Nacht wieder reinzuholen. Nara war die erste Kaiserstadt Japans und liegt etwa 1 Stunde von Osaka entfernt. Wir besuchten den berühmten Nara-Park, in dem mehr Hirsche und Rehe herumlaufen, als ein deutscher Förster je zu

Todai-Ji

Gesicht bekommen hat. Anschließend waren wir noch in dem größten Holzhaus der Welt, dem Todai-Ji. Es ist 47,34m hoch und 57,01m breit. Der darin befindliche Daibutsu ist 14,98m hoch.
Am Kasuga-Shrine vorbei gingen wir dann nach 3 Stunden Aufenthalt wieder zum Bahnhof zurück. Inzwischen waren wir beide so müde, dass es uns egal war, wann und von welchem Bahnsteig aus der nächste Zug nach Osaka fuhr. Wir ruhten uns auf einer Treppe aus und schauten den Japanern zu. Irgendwann rappelten wir uns wieder auf, um endlich festzustellen, wie wir wieder zum Hotel kommen konnten. Natürlich waren wir auf dem falschen Bahnsteig und hatten schon 2 Züge verpasst. Der nächste Zug brachte uns dann endlich nach Osaka.

Wir waren uns einig, dass wir uns im Hotel sofort ein Mütze Schlaf gönnen und den anderen Crewmitgliedern für den Abend absagen wollten. Im Hotel angekommen erfrischte uns die Dusche und wir disponierten wieder um. Als erste in der Lobby angekommen warteten wir auf den Rest der Mannschaft.
Sven hatte schon am Nachmittag ein Restaurant ausfindig gemacht, dass er vor 5 Jahren schon einmal besucht hatte.

Hier konnte man 90 Minuten lang für ca. 21 € essen und trinken soviel man wollte. Es gab Spieße mit Fleisch, Fisch, Gemüse und Soßen sowie Reis, Suppen u.v.m. Das Bier war auch nicht schlecht und so kamen auf jeden Fall auf unsere Kosten.
Anschließend suchten wir noch ein Lokal auf, das Sven ebenfalls schon vor 5 Jahren besucht hatte. Es war Käpt'n Känguru. Wir spielten dort Dart und tranken noch das eine oder andere Bier und hatten viel Spaß. Ich forderte eine der anwesenden Japanerinnen auf, von uns ein Gruppenfoto zu machen und da hatten wir auch schon nette Gesprächspartner aus dem Gastgeberland. Leider ging auch dieser Abend zu Ende und wir mussten wieder zurück ins Hotel.

Auf dem Heimweg

Am nächsten Morgen, um 6:00 Uhr ging der Wecker runter und der Rückflug stand bevor. Nach der Dusche ging es runter zum auschecken. Der Bus brachte uns wieder zum Flughafen und diesmal blieb ich sogar beim einchecken bei der Crew. Anfangs wollte man mich wegen des fehlenden Lufthansaausweises nicht mit der Crew durchlassen. Doch mein Ticket mit dem Hinweis Cockpitflug und mein Reisepass klärten die Japaner schnell auf. Jetzt konnte ich den kompletten Before-Flight-Check miterleben und wurde wieder um ein paar Informationen reicher.
Die 12 Stunden Flugzeit verbrachte ich diesmal komplett im Cockpit. Ich genoss noch einmal jede Stunde auf dem Platz, den ich mir schon solange als Reisender gewünscht hatte. Der Rückflug verlief natürlich ohne Dunkelheit, da wir dem Tag hinterher flogen.

Abflug war etwa 9:00 Uhr und Landung wieder gegen 14:00 Uhr. Ich stelle gerade fest, dass ich gar nicht alles niederschreiben kann, was ich so erlebt habe, wahrscheinlich liest das sowieso niemand. Für mich war es auf jeden Fall ein einmaliges unvergessliches Erlebnis.
In Frankfurt angekommen, wartete Dirk noch auf seine Freundin Marion, ebenfalls Copilot auf einer A340-300 und dann flogen wir wieder nach Zürich um mit dem Auto noch eine Stunde nach Konstanz zu fahren. Die Bilder sind ein ganz kleiner Querschnitt von dem Ausflug.


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